
Wintersturm USA: Kältewelle, 11 Tote, 1 Mio. ohne Strom
Wenn eine arktische Kaltluftfront mitten im Januar auf die USA trifft, wird aus einer Wetterwarnung schnell eine humanitäre Krise. Der aktuelle Wintersturm hat bereits erste Todesopfer gefordert und mehr als eine Million Haushalte ohne Strom zurückgelassen – selbst in Regionen, die sonst milde Winter gewohnt sind.
Todesopfer: 11 · Haushalte ohne Strom: 1 Million · Tiefsttemperatur: -35 °C · Ausdehnung der Sturmfront: über 3.000 km · Neuschnee: bis zu 30 cm
Kurzüberblick
- Mindestens 11 Todesopfer (CBS News (US-Nachrichtensender))
- Eine Million Haushalte ohne Strom (Al Jazeera (internationaler Nachrichtensender))
- Temperaturen bis -35 °C gemessen (CBS News (US-Nachrichtensender))
- Genauer Zeitpunkt des Abklingens des Sturms
- Gesamtschadenshöhe in Milliardenhöhe noch unbeziffert
- Ob die Todeszahl weiter steigt
- Januar 2026: Erste arktische Kaltluft erreicht die USA
- 26. Januar: Sturm fordert erste Tote, massive Stromausfälle
- Ende Januar: Abschwächung erwartet
- Sturmfront zieht langsam ostwärts ab
- Notstand in 20 Bundesstaaten bleibt bestehen
- Wiederaufbau und Stromnetz-Reparaturen laufen an
Sechs zentrale Kennzahlen zur aktuellen Lage im Überblick:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Todesopfer | 11 |
| Haushalte ohne Strom | 1 Million |
| Tiefsttemperatur | -35 °C |
| Maximale Schneehöhe | 30 cm |
| Ausdehnung der Sturmfront | 3.000 km |
| Betroffene Bundesstaaten | 30+ |
Wann ist die Schneesaison in den USA?
- In den nördlichen Bundesstaaten dauert die Schneesaison von November bis März (NOAA (amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde)).
- In den Rocky Mountains kann es bereits im Oktober schneien (National Weather Service (US-Wetterdienst)).
Schneesaison nach Regionen (Westen, Osten, Mittlerer Westen)
Der Westen mit seinen hohen Lagen hat die längste Schneesaison – oft von Oktober bis April. Der Mittlere Westen und der Osten erleben ihre Hauptschneefälle zwischen Dezember und Februar. In den Great Plains können heftige Schneestürme (sogenannte Blizzards) selbst im März noch auftreten.
Durchschnittliche Schneemengen pro Monat
Die Tabelle zeigt die regionalen Unterschiede in den Schneemengen.
| Monat | Mittlerer Westen (Chicago) | Osten (New York) | Rocky Mountains (Denver) |
|---|---|---|---|
| November | 5–10 cm | 2–5 cm | 15–25 cm |
| Dezember | 20–30 cm | 10–20 cm | 30–50 cm |
| Januar | 25–35 cm | 15–25 cm | 40–60 cm |
| Februar | 20–30 cm | 15–20 cm | 35–55 cm |
Das Muster ist eindeutig: Die Rocky Mountains sind der schneereichste Teil der USA, während die Küstenregionen mildere Winter haben.
Welcher Bundesstaat der USA hat keine kalten Winter?
- Florida und Südkalifornien haben milde Winter mit Durchschnittstemperaturen über 10 °C (National Weather Service (US-Wetterdienst)).
- Hawaii hat tropisches Klima ohne Frost (NOAA (amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde)).
Bundesstaaten mit mediterranem Klima (Kalifornien, Florida)
Während der Nordosten der USA unter arktischen Temperaturen leidet, genießen Florida und die Küste Kaliforniens milde Winter. In Miami sinkt das Thermometer selbst im Januar selten unter 10 °C – ein Kontrast, der zeigt, wie unterschiedlich das US-Klima ist.
Warum Hawaii nie Schnee sieht
Hawaii liegt in den Tropen. Die tiefsten Lagen haben ganzjährig Temperaturen über 20 °C. Nur auf den höchsten Gipfeln des Mauna Kea und Mauna Loa kann es gelegentlich schneien – der Rest des Bundesstaates bleibt schnee- und frostfrei.
Die Konsequenz: Wer dem aktuellen Wintersturm entkommen will, ist in Florida oder Hawaii am besten aufgehoben – doch auch dort sind die Folgen der Kältewelle indirekt spürbar.
Was ist die kälteste Stadt der USA?
- Fairbanks (Alaska) hat Durchschnittstemperaturen im Januar von -23 °C (NOAA National Centers for Environmental Information (Klimadatenarchiv)).
- International Falls (Minnesota) wird oft als „Kühlschrank der Nation“ bezeichnet (National Weather Service (US-Wetterdienst)).
Die kälteste Stadt: Fairbanks, Alaska
Fairbanks hält den Rekord für die niedrigste gemessene Temperatur in den USA (-54,4 °C). Die Stadt liegt im Landesinneren Alaskas, weit weg vom mildernden Einfluss des Pazifiks. Im Januar bleibt es oft wochenlang unter -30 °C.
Weitere Kältepole: International Falls, Minnesota
International Falls an der Grenze zu Kanada hat eine durchschnittliche Januartemperatur von -16 °C. Der Spitzname „Icebox of the Nation“ ist Programm: Die Stadt bewirbt sich selbst als kältesten Ort der zusammenhängenden 48 Bundesstaaten.
Was das bedeutet: Während der aktuelle Wintersturm selbst in Texas und New York Tote fordert, sind die Bewohner von Fairbanks und International Falls an derartige Bedingungen gewöhnt – sie haben die Infrastruktur, um zu überleben.
Kann es bei 7 Grad schneien?
- Schnee kann bei Temperaturen knapp über Null fallen, wenn die Luft feucht genug ist (National Weather Service (US-Wetterdienst) – Schneeentstehung).
- Bei 7 °C ist echter Schnee extrem selten, meist fällt Regen (Met Office (britischer Wetterdienst) – Schneebildung).
Bedingungen für Schneefall
Schnee entsteht, wenn Wassertröpfchen in der Wolke gefrieren und als Kristalle fallen. Damit sie am Boden nicht schmelzen, muss die Luft in Bodennähe kalt genug sein – idealerweise unter 2 °C. Bei Temperaturen über 5 °C schmilzt der Schnee fast immer auf dem Weg nach unten.
Warum Schnee auch bei Plusgraden möglich ist
Wenn die oberen Luftschichten sehr kalt sind und die bodennahe Schicht nur knapp über Null liegt, können Schneeflocken den Boden erreichen, bevor sie vollständig schmelzen. Das passiert vor allem bei trockener Luft und intensivem Niederschlag. Bei 7 °C ist die Luft jedoch meist zu warm – Regen ist die Regel.
Der Haken: Die Theorie bestätigt, warum der aktuelle Wintersturm mit Temperaturen weit unter Null tagelang gefährlichen Schneefall bringt, während milde Regionen nur Regen abbekommen.
Was ist der größte Schneesturm der Welt?
- Der Great Blizzard von 1888 brachte bis zu 120 cm Schnee in New York (Wikipedia – Great Blizzard of 1888).
- Der Iran-Sturm 1972 forderte über 4.000 Todesopfer (Wikipedia – 1972 Iran blizzard).
Der größte Schneesturm in den USA: The Great Blizzard von 1888
Vom 11. bis 14. März 1888 legte ein gewaltiger Blizzard die Nordostküste der USA lahm. Schneeverwehungen von bis zu 15 Metern wurden gemeldet. Mehr als 400 Menschen starben. Die Stadt New York war tagelang von der Außenwelt abgeschnitten.
Weltweit: Der Schneesturm in der iranischen Provinz Gilan 1972
Der Iran-Blizzard von 1972 gilt als der tödlichste Schneesturm der Geschichte. In der Provinz Gilan fielen innerhalb einer Woche bis zu 8 Meter Schnee. Tausende Dörfer wurden unter den Schneemassen begraben, die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei über 4.000.
Der Vergleich zeigt: Der aktuelle Sturm in den USA ist noch nicht in der Liga dieser historischen Katastrophen – aber die Geschwindigkeit, mit der er sonst milde Regionen trifft, macht ihn besonders gefährlich.
Vergleich historischer Winterstürme
Drei Stürme, ein Muster: extreme Kälte trifft dicht besiedeltes Gebiet. Die Tabelle zeigt die Unterschiede in Größe und Auswirkung.
| Sturm | Datum | Max. Schneehöhe | Todesopfer | Betroffenes Gebiet |
|---|---|---|---|---|
| Wintersturm USA 2026 | Januar 2026 | 30 cm | 11+ (steigend) | Über 30 Bundesstaaten |
| Great Blizzard 1888 | März 1888 | 120 cm | 400+ | Nordosten der USA |
| Iran-Blizzard 1972 | Februar 1972 | 800 cm | 4.000+ | Provinz Gilan, Iran |
Die Implikation: Während der aktuelle Sturm eine geringere Schneehöhe aufweist, ist seine geografische Ausdehnung beispiellos – er legt eine gesamte Nation lahm.
Zeitleiste der Ereignisse
Die Wintersturmlage entwickelte sich in wenigen Tagen von einer Warnung zur nationalen Krise.
- Januar 2026: Erste arktische Kaltluft erreicht die USA (BBC (britischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk))
- 26. Januar 2026: Sturm fordert 11 Tote, 1 Million Haushalte ohne Strom (CBS News (US-Nachrichtensender))
- Januar 2026: Temperaturen unter -30 °C in weiten Teilen des Landes
- Voraussichtlich Ende Januar 2026: Abschwächung der Sturmfront erwartet (NPR (US-amerikanischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk))
Klarheit und Unsicherheit
Bestätigte Fakten
- Sturm hat mindestens 11 Menschen getötet (CBS News (US-Nachrichtensender))
- Eine Million Haushalte ohne Strom (Al Jazeera (internationaler Nachrichtensender))
- Temperaturen bis -35 °C gemessen (BBC (britischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk))
Was unklar ist
- Genauer Zeitpunkt des Abklingens des Sturms
- Gesamtschadenshöhe in Milliardenhöhe
- Ob die tatsächliche Todeszahl höher liegt (CNN und AP berichten von über 30 Toten)
Stimmen aus den betroffenen Gebieten
„Der Nationale Wetterdienst warnt vor lebensgefährlichen Bedingungen. Reisen Sie nicht, wenn Sie es vermeiden können. Die Kombination aus Eis, Schnee und extremer Kälte macht jede Fahrt zu einem Risiko.“
— National Weather Service (US-Wetterdienst) (Offizielle Warnung)
„Wir sitzen seit zwei Tagen ohne Strom und Heizung da. Es ist eiskalt im Haus, wir haben uns alle in einem Raum zusammengedrängt. Die Behörden sagen, es kann noch Tage dauern.“
— Bewohner aus Texas im Gespräch mit CNN (US-Nachrichtensender)
Der Wintersturm zeigt: Die Infrastruktur vieler US-Bundesstaaten ist auf extreme Kälte nicht ausgelegt. Für die betroffenen Einwohner heißt das: Vorräte anlegen, sich auf tagelange Stromausfälle einstellen und behördliche Evakuierungsanordnungen ernst nehmen.
Während die Todeszahl offiziell bei 11 liegt, berichten CNN, AP und die New York Times von mehr als 30 Toten – die Differenz zeigt, wie schwierig es ist, in Echtzeit verlässliche Opferzahlen zu ermitteln.
Der Wintersturm 2026 wird als eines der folgenreichsten Kälteereignisse der jüngeren US-Geschichte in Erinnerung bleiben. Für die Bewohner der betroffenen Regionen ist die Botschaft klar: Die Vorbereitung auf extreme Winter muss auch in traditionell milden Gebieten zur Routine werden – sonst wiederholt sich die humanitäre Katastrophe.
weather.com, pbs.org, accuweather.com, wsj.com, youtube.com, apnews.com, facebook.com
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert der Wintersturm noch?
Die Sturmfront soll sich laut Vorhersagen Ende Januar 2026 abschwächen. In einigen Regionen können die Stromausfälle jedoch noch Tage andauern.
Sollte ich Reisen in die USA vermeiden?
Derzeit raten die Behörden von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete ab. Besonders Flughäfen in Dallas, Chicago und New York haben zahlreiche Annullierungen.
Welche Bundesstaaten sind am stärksten betroffen?
Laut CBS News sind Louisiana, Tennessee, Mississippi, New York, Texas und Arkansas besonders stark betroffen. In 20 Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Wintersturm und einem Schneesturm?
Ein Wintersturm ist ein weiter Begriff für jedes Unwetter mit Schnee, Eis oder Kälte. Ein Schneesturm (Blizzard) erfordert anhaltende Winde von mindestens 56 km/h und starke Schneefälle.
Wie bereite ich mich auf einen Wintersturm vor?
Notvorrat für mindestens drei Tage anlegen, Kerzen, Batterien und warme Kleidung bereithalten. Das Auto mit Frostschutz und Schneeketten ausrüsten. Aktuelle Warnungen des National Weather Service verfolgen.
Kann der Wintersturm auch Europa erreichen?
In der Regel bleiben solche kontinentalen Kältewellen auf Nordamerika beschränkt. Europa bekommt höchstens die Ausläufer in Form von kühleren Temperaturen zu spüren.